Konzept,
Trägerverein Jugendheim Westhofen e.V.
Stand: 05.05.1999
1. Einleitung
Der "Trägerverein Jugendheim Westhofen
e.V." wurde im Jahre 1982 gegründet. Die aus dieser
Zeit stammende Konzeption muss aufgrund gesellschaftlicher
Veränderungen, denen die Jugend heute ausgesetzt ist
und die ein Umdenken in der Jugendarbeit erforderlich machen,
fort geschrieben werden.
Der Jugendtreff Westhofen bot seit seiner
Eröffnung im Jahre 1982 Kindern, Teens und Jugendlichen
an 30 Wochenstunden einen Freiraum, in dem sie ihre Freizeit
sinnvoll verbringen, gestalten und erleben konnten.
Über eine breit gefächerte Angebotspalette, Kursen,
Projekten bis hin zu Seminaren und Fahrten (Foto- und Videoworkshop,
Schlagzeugkurs, Tanzkurs, Seminare: Drogen, AIDS, Kriminalprävention,
Kreativangebote für Mädchen u.a.), war es den Besuchern
möglich, individuelle Freizeitangebote selbst zu kreieren,
kennen zu lernen und wahr zu nehmen. Großer Wert wurde
auf die Initiierung und Mitgestaltung der einzelnen Programmpunkte
durch die Besucher gelegt, wobei besonders wichtig war, dass
die Beteiligten sich von Anbeginn mit einer Idee auseinander
setzten und bei jedem Schritt der Umsetzung beteiligt bzw.
selbst aktiv wurden. Insofern wurde die Durchführung
bestimmter Aktivitäten stets als fortlaufender aktiver
Prozess und nicht als reine Konsumierung begriffen. Dies führte
z.B. beim Innenausbau des Jugendtreffs zu eine Identifikation
mit der Einrichtung und daraus folgend zu fast keiner Zerstörung.
In einer Gesellschaft, in der Instabilität
von Familien, wachsende Verarmung und soziale Ausgrenzungsprozesse
zunehmend vorzufinden sind, nehmen Zukunftsängste und
Perspektivlosigkeit immer größeren Raum ein. Gerade
deshalb braucht es in der Jugendhilfe lebensbejahende Ideen.
Wenn es keinen allgemeinen Konsens über "normale"
Lebensgestaltung mehr gibt, die Maßstäbe vorheriger
Generationen sich nicht ohne Weiteres übertragen lassen
und sich Lebensentwürfe zunehmend flexibilisieren und
individualisieren, darf sich Jugendhilfe nicht länger
auf überholte, schablonenhafte Erziehungsmodelle, die
in Symptomgruppen denken, zurück ziehen. Jugendhilfe
muss sich durch eine Persönlichkeits- und Lebenswelt-Orientierung
den Anforderungen einer multimedialen Zukunft stellen.
Es wurde deshalb beschlossen, den Neubeginn des Jugendtreffs,
auch bedingt durch die Veränderung des Domizils, als
Anlass zu einer vollständigen Neukonzeptionisierung,
die mit inhaltlichen und strukturelle Veränderungen verbunden
sein soll, zu nehmen.
Das heißt: Weniger auf Dauer angelegte Angebote mit
Treffcharakter, mehr zeitlich begrenzte Projekte und Aktivitäten,
ausgerichtet auf bestimmte Zielgruppen und Hinwendung zu der
Altersgruppe der 10 - 14 - Jährigen, die einerseits den
größten Teil der 14 -24 - Jährigen ausmachen
und für die anderseits ein recht geringes Freizeitangebot
(außerhalb von Vereinen und Kirche) in Westhofen besteht.
|